Degenerative Myelopathie bei kleinen Hunden

Die Degenerative Myelopathie ist eine nicht heilbare Erbkrankheit bei der das Rückenmark betroffen ist.

Es handelt sich um eine spezifische Genmutation, bei der das Superoxiddismutaseenzym, das für den Schutz des Körpers vor Auswirkungen freier Sauerstoffradikale sorgt betroffen ist. So stellt das Enzym sich in seiner Funktion ein und lagert sich als toxische Substanz in den Zellen ein. Die Übertragung von Signalen an das Nervensystem ist gestört.

Degenerative Myelopathie – Erste Symptome

In der Regel tritt diese Erbkrankheit im Alter zwischen 5 – 14 Jahre auf. Beide Geschlechter sind gleichermaßen betroffen.

Anfangs ist es schwierig zu erkennen ob ein Hund diesen Gendefekt in sich trägt, da die Erkrankung sich in seiner Symptomatik eher unauffällig zeigt und es nur zu einer allmählichen Verschlechterung des Zustandes kommt.

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Degenerative Myelopathie – Krankheitsverlauf

 Das Gehirn ist durch die gestörte Reizweiterleitung im Nervensystem des Rückenmarks nicht in der Lage die richtigen Informationen über Position der Hinterhand und des Rumpfrückens zu senden. Auffällig hierbei ist das Überkreuzen der Hinterhandklauen beim Gehen. Dies kann wiederum zu gebrochenen Pfoten oder Schwierigkeiten beim Steigen von Treppen führen.
Die Bewegungskoordination ist zunehmend gestört.

Es zeigen sich Probleme bei der Mobilisation sowie bei der Gleichgewichtshaltung. Der Hund hat Probleme seine Postion bei der Stuhlentleerung zu halten.

Durch die zunehmende Muskelatrophie nehmen Reflexe weiter ab, bis zu einer vollständigen Lähmung von Rücken, des Rumpfes und der Hinterhand, die eine Harninkontinenz mit sich bringen.

Fortschreitend entwickelt sich die Erbkrankheit weiter. Es kommt zur Lähmung von Brust und Vorderbeinen, die Kopfbeweglichkeit ist eingeschränkt was widerum zu Schluckstörungen, Störungen der Zungenbeweglichkeit, Beschwerden der Atmung usw. zur Folge haben.

Degenerative Myelopathie Diagnose

Bei Verdacht einer Degenerativen Myelopathie ist es erforderlich einen Bukkalabstrich oder einen Bluttest durchzuführen, der die genetische Disposition des Hundes feststellen kann und Aufschluss über dessen Zustand gibt. Außerdem sollten orthopädische und neurologische Untersuchungen durchgeführt werden um mögliche Konkurrenzerkrankungen wie Bandscheibenvorfälle, Spondylose, Hüftdysplasie, Stenosen und Rückenmarksentzündungen ausschließen zu können.

Degenerative Myelopathie – Lebensqualität

Da es keine wirksame Therapiemöglichkeit für die Erkrankung gibt, ist eine Aufrechterhaltung der Muskelmasse durch Physiotherapie, Dornsche Methode, Aquatherapie und Dehnung ratsam.

Um die reibungslose Fortbewegung zu gewährleisten, sollten glatte Oberflächen beseitigt werden, indem man auf rutschfeste Matten oder Teppiche zurück greift.

Ist ein Hund bereits in seiner Beweglichkeit eingeschränkt sollte er vor Schüttelfrost geschützt werden, da dies die Gefahr einer Harnwegsinfektion mit sich führt und eine zusätzliche Belastung darstellt.

Um Blutergüsse und Schürfwunden zu vermeiden gibt es spezielle Schutzschuhe. Bei einer Beckenlähmung ist es zusätzlich noch möglich einen Rollstuhl für den Hund geliehen zu bekommen.

Mineralstoffe und Vitaminpräparate sind in diesem Fall völlig unwirksam.

Lebenserwartung – Degenerative Myelopathie

Da die Symptome nach Einhergehen der Erkrankung so schwerwiegend ausfallen ist mit einer Lebenserwartung nach der ersten Manifestation von 3 -5 Jahren auszugehen. In den meisten Fällen kommt es zu einer Lähmung der Atemmuskulatur.

Nach erstem Einsetzen der Symptome wie vollständige Lähmung des Beckenapparates und Inkontinenz wird der Hund in der Regel nach einem Jahr eingeschläfert.

Degenerative Myelopathie

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